
Neue Welten in der Gießerei – Jördis Rosc/ÖGI
Die 30-jährige Physikerin interessierte sich bereits als Kind für das Weltall und physikalische Phänomene. Am Österreichischen Gießerei-Institut (ÖGI) hat sie ein „Universum“ gefunden, das ihr ein breites Spektrum bietet. Das Institut in Leoben ist einerseits in der klassischen Gießereitechnik tätig, analysiert aber auch archäologische Fundstücke und hat in den letzten Jahren die Computertomografie-Technik (CT) für sich nutzbar gemacht.
Nach dem Studium der Geophysik an der Karl-Franzens Universität in Graz absolvierte die Deutschlandsbergerin auch den dortigen Universitätslehrgang „Space Sciences“. Im Rahmen des EU-Projektes „European Planetology Network“ arbeitete sie am Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz, bevor sie 2008 am ÖGI in der CT-Abteilung startete.
Die CT ist eine in der Gießerei noch junge Analysemethode. Sie liefert exakte Bilder von den Strukturen eines Materials, doch bislang fehlten die Instrumente, diese Bilder zu interpretieren. Rosc entwickelt am ÖGI neue mathematische Modelle für die Quantifizierung von Fehlern in Gussbauteilen - dank dieser innovativen Prüfmethoden können nun Fehler einfach ermittelt und analysiert werden.
Die ACR Woman Award Gewinnerin 2011 ist eine von wenigen Frauen, die sich in die Gießereitechnik vorgewagt haben. Am ÖGI hat Rosc eine Kollegin und 33 Kollegen. „Es ist einfach noch nicht selbstverständlich, dass Frauen in der Forschung sind, es gibt generell einen starken Nachholbedarf für Frauen in der Technik“, so Rosc. Vom Engagement der Forscherin profitieren die Kunden des ÖGI (Gießereien, Zulieferbetriebe und Gussanwender), aber auch das Institut – das neue Geschäftsfeld Computertomografie bringt auch zahlreiche neue Kunden außerhalb der Gießereibranche. Aufbauend auf den Ergebnissen des Projektes „Möglichkeiten und Grenzen der Computertomografie“ ist Rosc nun federführend an einem neuen Projekt im Rahmen der Förderschiene CORNET (Collective Research NETworking), in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gießereitechnik in Düsseldorf beteiligt.
Österreichisches Gießerei-Institut (ÖGI), www.ogi.at