
Wenn die Sonne kühlt – Hilbert Focke, ASiC
Naturverbundenheit und Interesse an erneuerbaren Energien führten Hilbert Focke vor rund zehn Jahren ins ASiC (Austria Solar Innovation Center). Das Welser Forschungs- und Entwicklungsinstitut hat sich der Verbreitung von erneuerbaren Energieträgern und der Intensivierung der Forschung im Bereich der Solartechnik verschrieben. Für den passionierten Solartechniker steht eines fest: Es bleibt nur mehr wenig Zeit, unsere Lebensweise zu ändern, um das Aufzehren von Rohstoffen und eine katastrophale Entwicklung des Weltklimas zu verhindern.
Bereits während seines Maschinenbaustudiums an der TU Graz spezialisierte sich Focke auf Energie- und Umwelttechnik. Es folgten Praktika in oberösterreichischen Industriebetrieben, sowohl im Konstruktionsbüro als auch in der Produktion. Am ASiC beschäftigt sich der gebürtige Linzer hauptsächlich mit Solarthermie und solarem Kühlen. Neben der Durchführung von F&E-Projekten und Beratung von Unternehmen liegt ihm auch die Ausbildung der nächsten Generation am Herzen. Und so lehrt der 38jährige nebenberuflich an der Fachhochschule Wels (Studiengang Ökoenergietechnik).
Im Bereich Solare Kühlung ortet Focke viel Potenzial. 2010 wurden weltweit rund 30 % der Endenergie verwendet, um Gebäude mit Wärme und Kälte zu versorgen. Allein in Österreich wird sich der Strombedarf zur Gebäudeklimatisierung bis 2030 vervierfachen. Wegen der Gleichzeitigkeit von Kühllast und solarer Einstrahlung bietet sich die Nutzung der Solarenergie zu Kühlzwecken gut an. Dadurch könnten in Österreich jährlich bis zu 600.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Argumente genug für den Experten, aktiv daran zu arbeiten, solare Kühlung zur Marktreife zu bringen. Die Bemühungen tragen Früchte: 8 % der weltweit installierten solaren Kühlanlagen laufen in Österreich. Nur Deutschland und Spanien verfügen über mehr Anlagen.
Austria Solar Innovation Center (ASiC), www.asic.at